Wärmepumpe rückt ins Zentrum der Wärmewende: Erneuerbare-Energien-Landesverbände fordern stabile Rahmenbedingungen
Düsseldorf/Hannover - Die Landesverbände Erneuerbare Energien in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen/Bremen fordern angesichts der geplanten Novelle des Gebäudeenergiegesetzes klare politische Vorgaben und den Erhalt der bestehenden Förderkulisse.
Beide Verbände sehen die Wärmepumpe als unverzichtbaren Kern der Wärmewende. „Die Wärmepumpe ist eine der Schlüsseltechnologien der Wärmewende“, betonte Johannes Rittmann vom LEE NRW. Sie mache die Wärmeversorgung unabhängiger von fossilen Importen und verbinde Effizienz, Klimaschutz und Versorgungssicherheit.
Bei einer Informationsveranstaltung im Werk des Wärmepumpenherstellers Stiebel Eltron in Holzminden verwiesen die Verbände auf den Markttrend: Erstmals stand die Wärmepumpe im laufenden Jahr an der Spitze der neu installierten Heizsysteme. Branchenangaben zufolge könnten in diesem Jahr (2025) bis zu 290.000 Anlagen installiert werden. „Das wäre ein Plus von rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als der Wärmepumpenabsatz im Zuge der Querelen um das Gebäudeenergiegesetz drastisch eingebrochen war“, setzt Rittmann auf eine Fortsetzung dieses positiven Trends. Deshalb bedürfe es klarer politischer Signale und verlässlicher Rahmenbedingungen, wie es mit der Förderung weitergeht. „Ansonsten erleben wir eine Verunsicherung bei den Hauseigentümern, mit der der Aufwärtstrend gestoppt wird.“
Der Bundesverband Wärmepumpe erwartet bis 2030 rund sechs Millionen Geräte, aktuell sind es knapp zwei Millionen. Neben den Aspekten Klimaschutz und Effizienz betonen die Verbände auch wirtschaftliche Effekte. „Mit jeder installierten Wärmepumpe entstehen Wertschöpfung, Beschäftigung und lokale Energiekreisläufe“, sagte Joost Kuhlenkamp vom LEE NDS/HB. „Der Strompreis ist einer der größten Hebel für die Wärmewende. Umso wichtiger ist es, eine konsequente Energiewende mit intelligenten Systemen zu verknüpfen. Hierzu gehören auch Großwärmepumpen im Fernwärmeverbund mit anderen Wärmeerzeugern“, so Kuhlenkamp weiter.
Auch kommunale Energieversorger wie die Stadtwerke Velbert treiben entsprechende Projekte voran. Prokurist Marcus Berghaus fordert ein klares politisches Zielbild, damit Bürgerinnen und Bürger verlässlich planen können.
Mit Blick auf die von der Bundesregierung geplanten Reform des Gebäudeenergiegesetzes fordern LEE NRW und LEE NDS/HB daher Verlässlichkeit und Planbarkeit für die betroffenen Kommunen und Haushalte. Im Fokus der Diskussion steht derzeit die 65-Prozent-Vorgabe für erneuerbare Wärme bei neuen Heizungen, die nach Abschluss der kommunalen Wärmeplanung bislang ab 2026 greifen soll. Die Landesverbände fordern, an der Regelung festzuhalten, um Kontinuität und verlässliche Rahmenbedingungen zu sichern.
© IWR, 2026
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