Elektromobilität: BNetzA plant freie Stromanbieterwahl für Ladesäulennetz
Hamburg - Die Bundesnetzagentur (BNetzA) will den Fahrern von Elektroautos ermöglichen, an den rund 28.000 öffentlichen Ladepunkten in Deutschland den Strom ihres Wunschanbieters zu laden.
Das geht nach Angaben des Ökostrom- und Ökogasanbieters Lichtblick auf Hamburg aus einer am 10.06.2020 eingeleiteten Konsultation der Regulierungsbehörde mit der Energiebranche hervor. Auch das Nachrichtenmagazin SPIEGEL berichtet in seiner aktuellen Ausgabe über das Vorhaben.
„Die Pläne der Netzagentur sind ein Meilenstein für die Elektromobilität. Endlich wird der Weg frei für echten Wettbewerb, faire Preise und Transparenz an der Ladesäule“, begrüßt Lichtblick Geschäftsführer Energiewirtschaft Gero Lücking die Pläne. Angesichts der massiven staatlichen Unterstützung für die Errichtung öffentlicher Ladesäulen sei es überfällig, die Belange der E-Auto-Nutzer zu berücksichtigen, so Lücking.
Bisher kommt der Strom ausschließlich vom Betreiber der Ladesäule, mit negativen Folgen für den Markt: Regionale Monopole, ein undurchsichtiger Tarifdschungel, unterschiedliche Abrechnungsmethoden und häufig überhöhte Preise schrecken E-Auto-Fahrer ab. Doch das könnte sich nach den BNetzA-Plänen ab April 2021 ändern.
Das nun eröffnete Konsultationsverfahren soll die technischen Grundlagen schaffen, damit Fahrer von Elektrofahrzeugen künftig einen Fahrstromtarif bei ihrem Wunschanbieter buchen und zu diesem Tarif an jeder öffentlichen Ladesäule in Deutschland Strom laden können. Lichtblick erwartet allerdings Gegenwind der Betreiber. „Stadtwerke und Konzerne fürchten um ihre regionalen Monopole. Aber wir sind optimistisch, dass die Behörde bei ihrem Kurs pro Wettbewerb und Verbraucher bleibt“, so Lücking. Ein kundenfreundliches Ladesäulennetz ist entscheidend für den Durchbruch der Elektromobilität und die Klimaziele im Verkehrssektor. Diese Erkenntnis ist auch in Bonn und Berlin gereift, so die Einschätzung von Lücking.
© IWR, 2026
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22.06.2020



