Bauzeit 17 Jahre, Kosten 23,7 Milliarden Euro: Französischer Rechnungshof kritisiert schlechte Rentabilität des Atomkraftwerks Flamanville
Paris - Nur wenige Wochen nachdem das neue französische Atomkraftwerk Flamanville mit einer Bruttoleistung von 1.650 MW nach 17 Jahren ans Netz gegangen ist, rechnet der französische Rechnungshof mit dem AKW-Projekt ab. Wie die Tageszeitung Le Monde berichtet, spricht der Rechnungshof rund viereinhalb Jahre nach einem früheren Bericht über den "EPR-Sektor" von "anhaltenden Risiken" und schätzt die Gesamtkosten jetzt auf 23,7 Milliarden Euro (2020: 19,1 Mrd. Euro).
Die ursprünglichen Planungen für den EPR-Reaktor sahen eine Bauzeit von nur fünf Jahren und Kosten zwischen 3,2 und 3,3 Milliarden Euro vor. Tatsächlich wurde 17 Jahre an dem Atomkraftwerk gebaut und die Kosten explodieren auf nun 23,7 Mrd. Euro. Das ist auch das Kostenniveau, das für das britische Atomkraftwerk Hinkley Point C je Block derzeit veranschlagt wird.
Nach Angaben der Tageszeitung Le Figaro kritisiert der französische Rechnungshof die prognostizierte Rentabilität des Atomkraftwerks Flamanville. "Bei 2 Prozent ist das Programm nicht rentabel", so der Rechnungshof laut dem Figaro. Um eine Rendite von 4 Prozent zu erreichen, müsste der Verkaufspreis für den Atomstrom aber schon bei 12,2 Cent pro Kilowattstunde liegen. Das ist jedoch laut dem Figaro weit über dem Zielpreis von 7 Cent pro Kilowattstunde Atomstrom. Dieser Preis wurde im November 2023 zwischen dem französischen Staat und der EDF für die Lieferung von Atomstrom nach 2025 festgelegt, also nach dem Auslaufen des bis dahin laufenden Arenh-Systems.
Das Atomkraftwerk Flamanville wurde zwar am 21. Dezember 2024 ans Netz angeschlossen, das Kernkraftwerk befindet sich aber noch mindestens bis zum Sommer 2025 in der Testphase. Wegen vorhandener Herstellungsanomalien muss die Reaktorkuppel allerdings schon zum ersten Brennelementewechsel ausgetauscht werden. Ein mehrmonatiger Stillstand des Atomkraftwerks Flamanville ist die Folge.
© IWR, 2026
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