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KI-Rechenzentren als Wachstumsmarkt: 1Komma5° und 2G Energy kooperieren bei dezentraler Stromversorgung

© 1Komma5°© 1Komma5°

Berlin - Der Anbieter dezentraler Energielösungen 1Komma5° und der auf Blockheizkraftwerke und dezentrale Energietechnik spezialisierte Hersteller 2G Energy haben eine Technologiepartnerschaft zur Stromversorgung von KI-Rechenzentren vereinbart. Gemeinsam wollen die Unternehmen Gasmotorenanlagen, Photovoltaik und Batteriespeicher intelligent vernetzen und die Energieversorgung optimieren.

Der weltweit steigende Strombedarf von Rechenzentren eröffnet neue Absatzmärkte für dezentrale Stromerzeugung, Energiespeicher und intelligente Steuerungssysteme. Nach aktuellen Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) könnte sich der jährliche Stromverbrauch von Rechenzentren von rund 485 TWh im Jahr 2025 auf etwa 950 TWh bis 2030 nahezu verdoppeln. Gleichzeitig erschweren begrenzte Netzanschlusskapazitäten den Ausbau der Rechenzentrumsinfrastruktur und erhöhen die Bedeutung alternativer Versorgungskonzepte.

Heartbeat AI soll Gasmotorenanlagen, Photovoltaik und Batteriespeicher vernetzen
Im Rahmen der Kooperation sollen die Gas-to-Power- und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen von 2G Energy in die Energiemanagementplattform Heartbeat AI von 1Komma5° eingebunden werden. Die Software soll Stromerzeugung, Batteriespeicher und Netzbezug unter Berücksichtigung der Strombörsenpreise und des jeweiligen Verbrauchs in Echtzeit koordinieren. Die Unternehmen wollen damit vorhandene Netzanschlüsse besser auslasten und die Stromversorgung von Rechenzentren wirtschaftlicher gestalten.

Für 1Komma5° bedeutet die Partnerschaft eine strategische Erweiterung des Einsatzbereichs von Heartbeat AI. Die bislang vor allem zur Steuerung dezentraler Energieanlagen in Privathaushalten eingesetzte Software soll künftig verstärkt auch größere industrielle Stromerzeugungsanlagen und Verbraucher wie Rechenzentren einbinden.

KI-Rechenzentren treiben Wachstum bei 2G Energy an
Für 2G Energy entwickelt sich die Stromversorgung von KI-Rechenzentren zu einem wichtigen Wachstumstreiber. Im September 2026 meldete das Unternehmen einen Großauftrag des US-Energieinfrastrukturunternehmens Energy Vault über Stromerzeugungsanlagen mit insgesamt 275 MW Leistung. Die Auslieferung ist zwischen dem vierten Quartal 2027 und dem dritten Quartal 2028 geplant.

Die Anlagen sollen in den USA mit Batteriespeichern und der Steuerungssoftware VaultOS von Energy Vault kombiniert werden. Die Integration der verschiedenen Komponenten zu einer Versorgungslösung für Rechenzentren übernimmt das US-Unternehmen.

Angesichts der stark gestiegenen Nachfrage, insbesondere aus dem Rechenzentrumsmarkt, hat 2G seine Umsatzprognose für 2027 auf 600 bis 650 Mio. Euro angehoben. Für 2026 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von bis zu 490 Mio. Euro.

Netzengpässe und Gasturbinen-Engpässe erhöhen den Bedarf an alternativen Versorgungskonzepten
Der Ausbau von Rechenzentren wird durch begrenzte Netzanschlusskapazitäten erschwert. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) können die Wartezeiten für einen Netzanschluss in zahlreichen Ländern fünf bis zehn Jahre betragen. Gleichzeitig verzögern hohe Auftragsbestände und Produktionsengpässe bei großen Gasturbinen die Realisierung neuer Kraftwerksprojekte.

Modulare Stromerzeugungsanlagen in Kombination mit Batteriespeichern bieten einen Ansatz, um Rechenzentren unabhängig von oder ergänzend zum öffentlichen Stromnetz zu versorgen und vorhandene Netzanschlüsse effizienter zu nutzen.

Sowohl der US-Auftrag von Energy Vault als auch die neue Kooperation zwischen 1Komma5° und 2G Energy stehen für die Entwicklung integrierter Versorgungssysteme. Während Energy Vault die Systemintegration selbst übernimmt, soll bei der Partnerschaft mit 1Komma5° die bestehende Plattform Heartbeat AI die verschiedenen Energiekomponenten koordinieren. Die Zusammenarbeit richtet sich zunächst auf Deutschland und Europa.

Aufgrund von langen Netzanschlusszeiten und Lieferengpässen bei großen Gasturbinen wird die schnelle Bereitstellung zusätzlicher Stromleistung zu einem wichtigen Wettbewerbsfaktor für KI-Rechenzentren. Modulare, dezentrale Versorgungssysteme eröffnen hier eine Alternative zu großen Kraftwerksprojekten. Die Kooperation von 1Komma5° und 2G Energy ergänzt diesen Ansatz um die softwaregestützte Abstimmung von Stromerzeugung, Batteriespeichern, Photovoltaik und Netzbezug.

© IWR, 2026


02.11.2026

 



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