Rückzug auf Kernmärkte: Energiequelle verkauft Frankreich-Tochter samt 500-MW-Portfolio an H2air
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Kallinchen – Der Projektierer Energiequelle zieht sich aus Frankreich zurück, um sich auf definierte Kernmärkte zu konzentrieren. Die Energiequelle GmbH hat ihre französische Tochter Energiequelle SAS mitsamt Belegschaft und Projektpipeline an den französischen Wind- und Solarentwickler H2air verkauft, der damit seine Position im Heimatmarkt stärken will.
Energiequelle hatte seine Auslandsaktivitäten in den vergangenen Jahren ausgeweitet und Niederlassungen beziehungsweise Tochtergesellschaften in Polen, Griechenland und Südafrika aufgebaut. Derzeit befindet sich das inhabergeführte Unternehmen in einer Phase der strategischen Neuausrichtung. Als Hintergrund nennt Energiequelle herausfordernde Marktbedingungen in der gesamten Erneuerbare-Energien-Branche.
H2air übernimmt 500-MW-Portfolio und alle Mitarbeitenden
Mit dem Verkauf der französischen Tochter geht die gesamte Belegschaft der Energiequelle SAS an H2air über. Das übernommene Wind- und Solarportfolio umfasst rund 500 MW, darunter 60 MW an bereits betriebenen Anlagen. Hinzu kommen Projekte in einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium vor Baubeginn, die H2air künftig weiterführt. Angaben zum Kaufpreis machten die Unternehmen nicht.
H2air wurde 2008 von Roy Mahfouz gegründet und ist ein unabhängiger französischer Erzeuger erneuerbarer Energien, der sich als Pionier im Bereich Onshore-Windenergie in Frankreich sieht und sein Geschäft 2018 auf Photovoltaik ausgeweitet hat. Die Gruppe mit mehr als 150 Mitarbeitenden entwickelt, finanziert, errichtet und betreibt Wind- und Solarparks und bietet zudem Netzanschluss- und Speicherlösungen an. Sie betreibt Anlagen mit insgesamt 1.000 MW, davon 300 MW im Eigenbestand, und erzielte 2025 Stromerlöse von mehr als 39 Mio. Euro. „Die Übernahme steht im Einklang mit der Strategie, unsere Position im Bereich der erneuerbaren Energien und insbesondere der Windenergie in Frankreich weiter zu stärken“, so Mahfouz, Gründer und Präsident von H2air.
Energiequelle: Seit 2010 in Frankreich, 266 MW realisiert
Energiequelle war 2010 mit der Übernahme des französischen Unternehmens P&T in den Markt eingestiegen, aus dem die heutige Energiequelle SAS hervorgegangen ist. Gemeinsam mit dem lokalen Team hat die Gruppe in den vergangenen Jahren mehr als 27 Wind- und Solarparks mit zusammen 266 MW entwickelt und realisiert. Das 1997 gegründete Unternehmen projektiert, errichtet und betreibt Wind- und Solarparks, Umspannwerke und Speicher und hat nach eigenen Angaben mehr als 850 Anlagen ans Netz gebracht.
Die Aktivitäten in Frankreich übergibt Energiequelle an einen regionalen Akteur, um die eigenen Ressourcen auf die strategischen Schwerpunktregionen zu konzentrieren. Welche Märkte dazu zählen, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Im Verkaufsprozess standen laut Geschäftsführer Michael Raschemann die Zukunft der Beschäftigten und die Weiterentwicklung der Projekte im Vordergrund: „Mit H2air haben wir einen erfahrenen und engagierten Partner gefunden, der diese Anforderungen erfüllt.“
Wenige Tage vor Bekanntgabe des Verkaufs hatte Raschemann die Lage im deutschen Heimatmarkt vor Journalisten als brenzlig bezeichnet, wie dpa-AFX am 21. September berichtete. Die Belegschaft in Deutschland sei um 40 Prozent geschrumpft, 180 Mitarbeitende seien nicht mehr im Unternehmen. Zugleich kritisierte er zentrale Reformvorhaben der Bundesregierung im Energiesektor.
© IWR, 2026
23.09.2026

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