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Wasserstoff-Lkw: Industrie sieht langfristigen Markt neben E-Lkw - Unternehmen bündeln Kräfte für Hochlauf

© Daimler Truck© Daimler Truck

Hannover - Daimler Truck, Volvo Group, Toyota, Bosch, Air Liquide, TotalEnergies, TEAL Mobility und MB Energy wollen den Markthochlauf von Wasserstoff-Lkw in Europa gemeinsam vorantreiben. Die Unternehmen aus Fahrzeugbau, Zulieferindustrie und Energiewirtschaft wollen dazu Fahrzeuge, Wasserstoffversorgung und Tankstelleninfrastruktur parallel ausbauen. Deutschland soll als erster europäischer Skalierungsmarkt dienen.

Trotz des wachsenden Angebots batterieelektrischer Lkw sehen die beteiligten Unternehmen für Wasserstoff eine langfristige Rolle, vor allem im schweren Güterverkehr mit sehr hohen Reichweiten und Nutzlasten sowie kurzen Betankungszeiten. Den Hochlauf von Wasserstoff-Lkw und die Skalierung der Wertschöpfungskette wollen die Unternehmen gemeinsam voranbringen.

Daimler und Volvo setzen weiter auf Wasserstoff-Lkw
Daimler Truck will ab Ende 2026 eine Kleinserie von 100 Brennstoffzellen-Lkw der nächsten Generation in den Kundeneinsatz bringen. Bis zum Ende des Jahrzehnts will der Konzern einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag in Wasserstoff-Lkw investieren. Parallel bereitet Daimler Truck erste Lkw mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor für die Markteinführung 2027 vor.

Auch die Volvo Group entwickelt sowohl Brennstoffzellen-Lkw als auch Fahrzeuge mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor und strebt die Markteinführung bis 2030 an. Toyota beteiligt sich als Brennstoffzellen-Technologiepartner, Bosch liefert Fahrzeugkomponenten und Betankungstechnik für gasförmigen und flüssigen Wasserstoff.

Energieunternehmen bauen Wasserstoffversorgung und Tankstellen aus
Auf der Energie- und Infrastrukturseite arbeiten die Fahrzeughersteller mit Air Liquide, TotalEnergies und MB Energy sowie TEAL Mobility, einem Joint Venture von TotalEnergies und Air Liquide, zusammen. Die Unternehmen wollen die Lieferketten für flüssigen und gasförmigen Wasserstoff skalieren und Hochleistungstankstellen aufbauen, die bis zu 100 Lkw pro Tag versorgen können.

Entscheidend für den Markthochlauf bleibt die Wirtschaftlichkeit gegenüber Diesel-Lkw. Die Unternehmen setzen dabei neben sinkenden Fahrzeugkosten durch höhere Stückzahlen auf günstigere Wasserstoff-Lieferketten, Förderprogramme und Mautvorteile für emissionsfreie Fahrzeuge.

Das Interesse an der Förderung ist hoch: Bis Ende Juni gingen 526 Anträge ein, davon 71 für Wasserstofftankstellen und 455 für Fahrzeuge und Fahrzeugflotten. Da einzelne Anträge auch ganze Fahrzeugflotten umfassen, lässt sich aus den 455 Anträgen nicht auf die Zahl der beantragten Fahrzeuge schließen; eine Gesamtzahl wurde bislang nicht veröffentlicht. Mit einem beantragten Fördervolumen von 455 Mio. Euro war das Programm bei verfügbaren 220 Mio. Euro mehr als doppelt überzeichnet.

Wasserstoff muss sich neben batterieelektrischen Lkw behaupten
Die EU flankiert den Aufbau der Infrastruktur mit der Alternative Fuels Infrastructure Regulation (AFIR). Danach müssen bis 2030 unter anderem Wasserstofftankstellen entlang des europäischen Fernverkehrsnetzes (TEN-T-Kernnetz) in Abständen von höchstens 200 km aufgebaut werden.

Welche Marktanteile Wasserstoff-Lkw erreichen, ist dennoch offen. Batterieelektrische Antriebe gewinnen im schweren Straßengüterverkehr an Bedeutung und werden nach Einschätzung der EU-Kommission zunächst den Markt für emissionsfreie schwere Nutzfahrzeuge dominieren. Die jetzt angekündigte Zusammenarbeit zeigt jedoch, dass führende Fahrzeug-, Technologie- und Energiekonzerne parallel weiter in Wasserstoff investieren und für die Technologie insbesondere bei anspruchsvollen Transporteinsätzen einen langfristigen Markt sehen.

© IWR, 2026


15.09.2026

 



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