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Quartalszahlen: Sunrun mit kräftigem Umsatzwachstum – Jahresprognose trotzdem gesenkt – Aktie unter Druck

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San Francisco – Der US-Solar- und Speicheranbieter Sunrun hat die Zahlen für das zweite Quartal 2026 vorgelegt und seine Jahresprognose gesenkt, obwohl der Umsatz im vergangenen Quartal deutlich gestiegen ist. Das Unternehmen begründet die Kürzung mit höheren Finanzierungskosten und einem langsameren Ausbau des Direktvertriebs sowie etwas höheren Kapitalkosten. Die Aktie gibt deutlich nach.

Sunrun bietet Solar- und Speichersysteme im Abomodell an: Kunden zahlen keine Anschaffungskosten, sondern monatliche Raten aus Leasing- oder Stromabnahmeverträgen. Das Unternehmen finanziert den Aufbau der Anlagen vorab über Fremdkapital und verkauft oder verbrieft die künftigen Kundenzahlungen anschließend an Investoren – ein Modell, das Sunrun laufenden Zugang zu den Kapitalmärkten zu tragbaren Konditionen abverlangt.

Umsatz steigt um 53 Prozent, Gewinn schrumpft
Sunrun meldete für das zweite Quartal 2026 einen Umsatz von 870,0 Millionen US-Dollar, ein Plus von 53 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Umsatz mit Energiesystemen und Produktverkäufen legte dabei um 193 Prozent zu. Dieser Anstieg geht laut Sunrun maßgeblich auf eine im dritten Quartal 2025 eingeführte Struktur zurück, bei der bestimmte Speicher- und Energiesysteme aus neu abgeschlossenen Kundenverträgen an Dritte verkauft werden.

Der auf Stammaktionäre entfallende Nettogewinn lag dagegen bei 115,2 Millionen US-Dollar und damit deutlich unter den 279,8 Millionen US-Dollar des Vorjahresquartals.

Die Speicher-Anschlussquote, d.h. der Kundenanteil, der zusätzlich zu einer Solaranlage auch einen Batteriespeicher gebucht hat, erreichte mit 74 Prozent einen Rekordwert, gegenüber 70 Prozent im Vorjahresquartal. CEO Mary Powell führte diese Entwicklung auf die Storage-first-Ausrichtung des Unternehmens zurück. Die Zahl neuer Abonnenten sank im gleichen Zeitraum um 31 Prozent auf 19.793, während die Gesamtzahl der Abonnenten mit 1.034.738 um 10 Prozent über dem Vorjahreswert lag.

Cash-Generation-Prognose auf 200 bis 375 Millionen Dollar gesenkt
Sunrun revidierte seine Jahresprognose für die Barmittelgenerierung (Cash Generation) von zuvor 250 bis 450 Millionen US-Dollar auf nun 200 bis 375 Millionen US-Dollar; die Prognose für den Aggregate Subscriber Value senkte das Unternehmen von 4,8 bis 5,2 Milliarden auf 4,6 bis 4,9 Milliarden US-Dollar. Im zweiten Quartal selbst lag die Barmittelgenerierung bei 23 Millionen US-Dollar beziehungsweise 45 Millionen US-Dollar ohne Berücksichtigung von 22 Millionen US-Dollar an Investitionen im Rahmen von Equipment-Safe-Harboring. Als Gründe für die Kürzung nannte Sunrun rückläufige Volumina im Partnervertrieb, einen verzögerten Ausbau des Direktvertriebs sowie etwas höhere Kapitalkosten als zuvor erwartet. Finanzchef Danny Abajian erklärte: „Die Kundennachfrage nach unserem Angebot bleibt stark, und sobald unser erweitertes Vertriebsteam die volle Produktivität erreicht, gehen wir davon aus, dass wir das Jahr mit einer robusten Wachstumsrate und höheren Stückmargen abschließen werden.“

267-Millionen-Dollar-Verbriefung ergänzt Finanzierung
Im August 2026 platzierte Sunrun zudem eine weitere Verbriefung von Leasing- und Stromabnahmeverträgen aus seinem Bestand an Wohnhaus-Solaranlagen – nach Unternehmensangaben die siebzehnte Verbriefung seit 2015 und die zweite in diesem Jahr. Bei einer solchen Verbriefung bündelt Sunrun künftige Zahlungsströme aus Kundenverträgen zu handelbaren Anleihen und verschafft sich damit eine kapitalmarktbasierte Refinanzierung. Die platzierten, mit A- bewerteten Class-A-Anleihen im Volumen von 267 Millionen US-Dollar haben einen Kupon von 6,28 Prozent bei einem Risikoaufschlag von 200 Basispunkten – 20 Basispunkte weniger als bei der im April 2026 platzierten Class-A-1-Tranche. Besichert sind die Anleihen durch 37.595 Solar- und Speichersysteme in 42 Versorgungsgebieten in 13 US-Bundesstaaten. Der Abschluss des Transaktion wird für Ende August erwartet. Nach eigenen Angaben hat Sunrun damit seit Jahresbeginn rund 1,5 Milliarden US-Dollar an besicherter Fremdfinanzierung aufgenommen.

RENIXX-Kurs: Sunrun-Aktie fällt auf 8,17 Euro
Die Sunrun-Aktie hatte an den ersten beiden Handelstagen dieser Woche zunächst um 12,2 Prozent auf 9,57 Euro zugelegt, bevor sie nach Vorlage der Quartalszahlen deutlich nachgab. Im heutigen Handel notiert das im RENIXX World gelistete Papier gegen Mittag bei 8,17 Euro. Gegenüber dem Jahreswechsel (16,68 Euro) steht die Aktie damit rund 51,0 Prozent im Minus.

© IWR, 2026


06.08.2026

 



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