Speicherbranche.de

Branchenportal für Speicherlösungen

shutterstock 153692231 1280 256

KI-Boom treibt Solarstrom-Nachfrage: RWE schließt 155-MW-Solar-PPA mit Google in Oklahoma

© RWE© RWE

Essen – Amerikanische Technologiekonzerne sichern sich angesichts ihres wachsenden Strombedarfs verstärkt eigene Solar- und Windkapazitäten über langfristige Lieferverträge. RWE zählt zu den Energieversorgern, die solche Verträge mit US-Hyperscalern abschließen, und baut sein Portfolio an erneuerbaren Erzeugungskapazitäten in den USA weiter aus.

Der Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz treibt den Stromverbrauch in den USA auf Rekordniveau: Die US-Energiebehörde EIA erwartet für 2026 einen neuen Höchstverbrauch, bei dem der gewerbliche Sektor erstmals die Haushalte übertrifft. Laut BloombergNEF war Nordamerika 2025 die einzige Weltregion mit wachsendem Corporate-PPA-Volumen – mit einem Rekord von 29,5 Gigawatt in den USA.

RWE und Google: PPA für Crooked Creek in Oklahoma
RWE und Google haben einen 15-jährigen Stromabnahmevertrag (Power Purchase Agreement, PPA) für das Solarprojekt Crooked Creek in McCurtain County im US-Bundesstaat Oklahoma geschlossen. Nach einer ähnlichen Vereinbarung mit Meta in Texas im Juni ist es der zweite langfristige PPA, den RWE binnen weniger Monate mit einem US-Hyperscaler abschließt. Google übernimmt die komplette Stromproduktion des geplanten 155-Megawatt-Solarparks (MWac); für RWE ist es das erste eigene Solarprojekt in Oklahoma. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen, die Inbetriebnahme ist für 2028 vorgesehen. Der erzeugte Strom soll künftig Google-Standorte im Netzgebiet des Übertragungsnetzbetreibers South West Power Pool (SPP) versorgen, das sich über 14 Bundesstaaten in der Mitte und im Westen der USA erstreckt.

Während der Bauphase sollen laut RWE bis zu 250 Arbeitsplätze sowie rund 24,3 Millionen US-Dollar an lokaler Wirtschaftsleistung entstehen, im Betrieb rechnet das Unternehmen mit rund 25 Millionen US-Dollar an langfristigen Einnahmen für die Region.

Bild: Standort des RWE-Solarprojektes Crooked Creek in Oklahoma © RWE

Ingmar Ritzenhofen, Chief Commercial Officer von RWE Americas, ordnet den Abschluss strategisch ein: „Dieser PPA mit Google ist ein wichtiger Meilenstein für RWE Americas und zeigt die wachsende Nachfrage nach bezahlbarem, verlässlichem und vor Ort erzeugtem Strom." Google-Manager Will Conkling, Director of Energy and Power, betont die Bedeutung für die regionale Netzstabilität: „Ein starkes, stabiles und bezahlbares Netz zu unterstützen, hat beim Ausbau unserer Infrastruktur oberste Priorität. Unsere Vereinbarung mit RWE fügt dem lokalen System wichtige neue Erzeugungskapazität hinzu und erhöht das Angebot an bezahlbarem, verlässlichem Strom für Oklahoma und die Region."

RWE baut US-Portfolio mit Blick auf steigenden Strombedarf aus
Neben dem Solarpark Crooked Creek betreibt RWE in Oklahoma bereits den 148-Megawatt-Windpark Boiling Springs im Woodward County und entwickelt sechs weitere Projekte mit einer Gesamtkapazität von 1,6 Gigawatt. Konzernweit verfügt RWE in den USA über ein Erzeugungsportfolio von rund 13 Gigawatt in 27 Bundesstaaten – von Solar- und Onshore-Windparks bis zu Batteriespeichern. Den Rahmen dafür hatte RWE-Chef Markus Krebber bereits im März 2026 gesteckt, als der Konzern ankündigte, bis 2031 netto 35 Milliarden Euro zu investieren, knapp die Hälfte davon – 17 Milliarden Euro – in den USA, um die installierte Leistung dort auf 22 Gigawatt zu steigern. Die USA seien wegen des wachsenden Strombedarfs „der wichtigste Wachstumsmarkt" für RWE, hieß es zur Begründung im Geschäftsbericht 2025. Neben Wind, Solar und Speichern will der Energiekonzern künftig in den USA auch in den Bau flexibler Erzeugungskapazitäten investieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt laut RWE dabei auf flexiblen Gasspitzenlastkraftwerken.

Wie stark KI-Rechenzentren die US-Stromnachfrage treiben
Nach Berechnungen der EIA im Rahmen ihres Annual Energy Outlook 2026 entfielen bereits 2025 rund 7 Prozent des gesamten Stromverbrauchs im US-Gewerbesektor allein auf Server in Rechenzentren. Bis 2050 könnte dieser Anteil je nach Szenario auf 22 bis 33 Prozent steigen. Um den kurzfristigen Bedarf zu decken, setzen US-Unternehmen neben langfristigen Lieferverträgen wie dem RWE-Google-PPA zunehmend auch auf ergänzende, dezentrale Lösungen – etwa Brennstoffzellen oder flexibel gebündelte Speicher- und Solaranlagen direkt am Standort.

Die Einschätzung von RWE-Chef Krebber deckt sich mit der von der EIA prognostizierten Rekordnachfrage und dem laut BloombergNEF wachsenden US-Markt für Corporate-PPAs. Mit Verträgen wie dem Crooked-Creek-PPA sichert sich RWE in diesem Marktumfeld langfristige Abnehmer für seine neuen Erzeugungskapazitäten.

© IWR, 2026


04.08.2026

 



Jobs & Karriere - Energiejobs.de
Veranstaltungen - Energiekalender.de

Pressemappen - mit Original-Pressemitteilungen