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Großwärmespeicher als Schlüssel zur Fernwärme-Flexibilisierung: Steag Iqony nimmt Anlage in Gelsenkirchen in Betrieb

© Steag Iqony© Steag Iqony

Essen - Damit Fernwärmenetze ihren Beitrag zur Wärmewende leisten können, braucht es deutlich mehr Großwärmespeicher: Sie sollen schwankende Erzeugung aus erneuerbaren Quellen und Industrieabwärme zeitlich vom tatsächlichen Wärmebedarf entkoppeln. In Gelsenkirchen ist nun ein solcher Speicher der Steag Iqony Group in Betrieb gegangen.

Am Heizwerk Gelsenkirchen-Schalke wurde der neue Großwärmespeicher nach gut zwei Jahren Bauzeit fertiggestellt und Anfang Juli in Anwesenheit von NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und Gelsenkirchens Oberbürgermeisterin Andrea Henze feierlich eingeweiht. Laut einer Studie der Bundesstelle für Energieeffizienz (BAFA) müssen bundesweit bis 2045 zusätzlich rund 600 bis 1.200 solcher Speicher entstehen, um den wachsenden Flexibilitätsbedarf der Netze zu decken.

Funktionsprinzip Thermoskanne
Der Speicher ist 57 Meter hoch, hat einen Durchmesser von 28 Metern und fasst bis zu 31 Millionen Liter Wasser. Er basiert auf einer Zwei-Zonen-Technologie: Eine obere, kühlere Wassersäule erzeugt über ihren hydrostatischen Druck die Voraussetzung dafür, dass das Fernheizwasser im unteren, abgetrennten Nutzbereich auf bis zu 115 Grad Celsius erhitzt werden kann, ohne zu verdampfen. Die nutzbare Wärmekapazität liegt laut Iqony Fernwärme GmbH bei 1.050 Megawattstunden. Je nach Witterung könne der Speicher das lokale Fernwärmenetz bis zu zwei Tage lang versorgen, betonte Oberbürgermeisterin Andrea Henze im Rahmen der Einweihung.

Förderung und strategische Einordnung
Das rund 30 Millionen Euro teure Projekt wurde vom Land Nordrhein-Westfalen mit rund 7,1 Millionen Euro aus dem Programm progres.nrw gefördert. Realisiert wurde es gemeinsam mit dem Partner Bilfinger. Betrieben wird die Anlage von der Iqony Fernwärme GmbH, die auch die Fernwärmeschiene Ruhr sowie die Netze in Essen, Gelsenkirchen und Bottrop versorgt. „Unser Wärmespeicher macht die Ruhrfernwärme flexibler, sicherer und nachhaltiger. Mit dieser großen Thermoskanne können wir klimafreundliche Wärme zeitlich entkoppelt nutzen: Wir nehmen sie verstärkt bei ihrer Entstehung auf und stellen sie bei höherem Bedarf und knapper Erzeugung bereit“, so Steag-Iqony-CEO Gundolf Schweppe. NRW-Ministerin Mona Neubaur ordnet das Projekt landesweit ein: „57 Meter hoch, 31 Millionen Liter Wasser – und trotzdem im Kern ganz einfach: eine Thermoskanne für die Wärmewende.“ Solche Speicher würden gezielt gefördert, weil sie Wärme dann bereitstellten, wenn sie tatsächlich gebraucht werde. „Unser Entwurf zur kommunalen Wärmeplanung liegt ja aktuell öffentlich aus. Im Ergebnis zeigt der Entwurf, dass das Fernwärmeangebot weiter verdichtet wird und eine Erweiterung möglich ist. Umso wichtiger ist dieses Projekt, denn es ist ein Meilenstein für die Dekarbonisierung und ein wichtiger Beitrag zum Gelingen der lokalen Wärmewende“, ordnet Oberbürgermeisterin Andrea Henze das Projekt in die kommunale Wärmeplanung ein.

© IWR, 2026


22.07.2026

 



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