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Wasserkraft: Vattenfall baut Sparte um – Voith baut Partnerschaft aus

Heidenheim/Berlin – Im Bereich Wasserkraft haben sich der Energieversorger Vattenfall und der Anlagenbauer Voith gemeldet. Vattenfall will seine Wasserkraftsparte zukunftsfähig aufstellen und umbauen. Voith hat sich die weitere Zusammenarbeit mit dem weltweit größten Produzenten von Strom aus Wasserkraft gesichert.

Vattenfall hat angekündigt, die Wasserkraftsparte umzustrukturieren. Damit ist auch der Verkauf oder Übergangsbetrieb einzelner Anlagen verbunden, wie der schwedische Konzern mitteilt. Man wolle die deutsche Wasserkraftsparte wieder zurück in die Gewinnzone zu führen. Voith Hydro und China Three Gorges Corporation (CHG) haben unterdessen die strategische Zusammenarbeit im Bereiche der Wasserkraft bekräftigt.

Vattenfall will deutsche Wasserkraftsparte profitabel machen
Vattenfall teilte mit, die Preisentwicklung auf dem deutschen Strommarkt sowie die regulatorischen Rahmenbedingungen für bestehende Speicher hätten dazu geführt, dass Pumpspeicher bereits seit Jahren unter hohem wirtschaftlichem Druck stehen. Vattenfall hatte deshalb bereits im Herbst 2016 eine Analyse gestartet mit dem Ziel, die deutsche Wasserkraftsparte wieder zurück in die Gewinnzone zu führen. Auf Basis der Ergebnisse sind entsprechende Maßnahmen entwickelt worden.

Vattenfalls: Pumpspeicher als „Stiefkinder der Energiewende“
Nach den Plänen Vattenfalls soll die Optimierung des Anlagenbetriebs in den Pumpspeichern Goldisthal und Hohenwarte II (beide Thüringen), Markersbach (Sachsen), Wendefurth (Sachsen-Anhalt) in Kombination mit den anderen Maßnahmen dazu führen, dass rund 2.500 Megawatt (MW) der aktuell betriebenen rund 2.800 MW Pumpspeicherleistung in Betrieb bleiben. Der Pumpspeicher Niederwartha (Sachsen) befindet sich dazu bereits im sogenannten Übergangsbetrieb, der Pumpspeicher Geesthacht (Schleswig-Holstein) wird zeitnah in diesen Übergangsbetrieb überführt.

„Übergangsbetrieb“ bedeutet, dass die Anlage in einem betriebsfähigen Zustand gehalten wird, aber nicht ständig betriebsbereit ist. Die Maßnahmen sollen bis Ende 2019 umgesetzt werden und sollen zu einer ganz erheblichen Reduzierung der bislang rund 420 Vollzeitstellen führen. Der genaue Umfang wird in den kommenden Wochen festgelegt und könnte bis zu 60 Prozent betragen. Peter Apel, Geschäftsführer der Vattenfall Wasserkraft GmbH: „Wir müssen trotz kräftezehrender Versuche an allen Fronten der Energiewende zur Kenntnis nehmen, dass die Pumpspeicher die Stiefkinder der Energiewende sind.“

Voith und China Three Gorges stärken Wassekraft-Kooperation
Ganz anders läuft hingegen das Wasserkraft-Geschäft beim Anlagenbauer Voith. Im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem chinesischen Ministerpräsident Li Keqiang haben der Vorsitzende der Voith-Geschäftsführung Dr. Hubert Lienhard und Lu Chun, Vorstandsvorsitzender der China Three Gorges Corporation, eine Vereinbarung über den Ausbau der weiteren strategischen Zusammenarbeit im Bereich der Wasserkraft unterzeichnet.

Die China Three Gorges Corporation (CTG) ist der weltweit größte Produzent von Strom aus Wasserkraft. 2014 hat die CTG mit den Kraftwerken Ilha Solteira und Jupiá in Brasilien den sechstgrößten Wasserkraftwerkkomplex der Welt erworben. Als Teil eines 30-jährigen Konzessionsvertrags soll nun Stück für Stück die Modernisierung der existierenden Kraftwerke ausgeführt werden. Nach einer öffentlichen Ausschreibung der CTG wurde im März 2017 ein Vertrag über die Rehabilitierung der ersten vier Einheiten an Voith vergeben. Die nun unterschriebene Vereinbarung sieht darüber hinaus vor, dass Voith sich an dem gesamten Modernisierungsprozess beteiligen wird, um die Lebensdauer der Anlage zu verlängern und ihre Effizienz zu steigern. Beide Seiten haben den Wunsch, die vereinbarte Kooperation auf weitere Bereiche des CTG Wasserkraft Engagements in Brasilien auszuweiten.

© IWR, 2017

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