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15 Jahre Baltic 1: Deutschlands erster Offshore-Windpark als Wegbereiter für den Ausbau auf See

© EnBW / Matthias Ibeler© EnBW / Matthias Ibeler

Stralsund/Hamburg/Karlsruhe - Mit Baltic 1 begann im Jahr 2011 die kommerzielle Nutzung der Offshore-Windenergie in Deutschland. 15 Jahre später zeigt sich: Das Projekt lieferte verlässlich Strom und vor allem wichtige Erkenntnisse für Planung, Bau und Betrieb - und gilt als frühes Referenzprojekt für den späteren Ausbau der Offshore-Windkraft in Deutschland.

Der Energiekonzern EnBW zieht zum Jubiläum seines ersten Offshore-Windparks eine positive Bilanz bei Erträgen und Verfügbarkeit. Zugleich rückt die strategische Bedeutung des Segments in den Fokus: Neue Großprojekte und milliardenschwere Investitionen sollen die Offshore-Windenergie im Rahmen der Energiewende als tragende Säule im künftigen Energiesystem weiter ausbauen. Baltic 1 bleibt vor diesem Hintergrund vor allem ein Referenzprojekt: weniger wegen seiner mit 48,3 MW vergleichsweise geringen Leistung, sondern als Ausgangspunkt für den industriellen Hochlauf der Offshore-Windenergie in Deutschland.

Baltic 1: Technisches Neuland und Referenzprojekt für die Branche
Vor 15 Jahren nahm EnBW mit Baltic 1 den ersten kommerziellen Offshore-Windpark Deutschlands in Betrieb. Die Anlage in der Ostsee umfasst 21 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 48,3 Megawatt und liegt rund 16 Kilometer vor der Küste nördlich von Darß/Zingst. Seit der Inbetriebnahme erreicht der Windpark nach Unternehmensangaben stabile Winderträge und eine hohe technische Verfügbarkeit. Rechnerisch können rund 50.000 Haushalte mit Strom versorgt werden.

Die Bedeutung des Projekts liegt vor allem in seiner Rolle als Pioniervorhaben. „Der Bau und die Inbetriebnahme von Baltic 1 war echte Pionierarbeit. Wir haben gezeigt, dass Offshore-Windparks hier wirtschaftlich betrieben werden können und damit auch den Weg für den weiteren Offshore-Ausbau in Deutschland geebnet“, sagt Peter Heydecker, Vorstand für nachhaltige Erzeugungsinfrastruktur bei EnBW.

Zum Zeitpunkt der Planung fehlten in Deutschland weitgehend Erfahrungen mit Offshore-Projekten. EnBW baute daher innerhalb kurzer Zeit eigene Kompetenzen auf und stellte ein spezialisiertes Team zusammen.

Betrieben wird Baltic 1 vom Hafen Barhöft bei Stralsund aus. Dort entstand auf dem Gelände einer ehemaligen Kaserne eine zentrale Leitwarte sowie ein Servicestandort. Einer der ersten Techniker vor Ort war Arne Nehls: „In der Zeitung hatte ich gelesen, dass EnBW hier Baltic 1 bauen wird. Als gelernter KFZ-Mechaniker von der Küste dachte ich sofort: Offshore-Servicetechniker - das ist mein Job.“ Nach der Inbetriebnahme von Baltic 1 wurde er einer der ersten Servicetechniker bei EnBW und ist dem Windpark bis heute treu geblieben.

EnBW will Baltic 1 noch 10 Jahre lang weiter betreiben. Danach will das Unternehmen entscheiden, ob eine Laufzeitverlängerung beantragt oder die Anlagen zurückgebaut werden.

Offshore-Wind als Wachstumstreiber im EnBW-Portfolio
Heute ist Offshore-Windenergie ein zentrales Geschäftsfeld von EnBW. Baltic 1 markierte dabei den Einstieg in ein Segment, das seither stark ausgebaut wurde. „Wir haben die Offshore-Windenergie seitdem massiv ausgebaut und verfügen bald über fünf Windparks mit rund zwei Gigawatt Leistung. Das Geschäftssegment zählt weiterhin zu den wichtigsten Wachstumsfeldern der EnBW“, so Heydecker.

Aktuell betreibt das Unternehmen vier Offshore-Windparks mit einer Gesamtleistung von 976 Megawatt. Parallel treibt EnBW den Ausbau weiter voran: In der Nordsee entsteht derzeit der Windpark He Dreiht, der mit 960 Megawatt zu den größten Offshore-Projekten Deutschlands zählen soll und noch in diesem Sommer in Betrieb gehen soll. Darüber hinaus ist mit Dreekant ein weiteres Projekt mit rund einem Gigawatt Leistung in Planung.

Die Offshore-Aktivitäten sind Teil einer umfassenden Investitionsstrategie. Bis 2030 plant EnBW Investitionen von bis zu 50 Milliarden Euro, der Großteil davon in Deutschland. Im Zuge der Neuausrichtung vom klassischen Energieversorger zum nachhaltigen Infrastrukturunternehmen sind der Ausbau der erneuerbaren Energien sowie der Verteil - und Transportnetze für Strom, Gas und Wasserstoff Eckpfeiler der EnBW-Wachstumsstrategie und Schwerpunkt der Investitionen.

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05.05.2026

 



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