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Westnetz testet netzbildenden Batteriespeicher für mehr Stabilität im Verteilnetz

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Dortmund/Föhren – Batteriespeicher spielen in einem flexiblen Stromsystem eine zentrale Rolle. Sinkende Kosten und ein stark wachsender Markt machen Großspeicher zu einem zentralen Baustein moderner Stromsysteme. Neben ihrer wirtschaftlichen Funktion – etwa zur Glättung von Strompreisschwankungen und zur Optimierung der Vermarktung erneuerbarer Energien – übernehmen Batteriespeicher zunehmend auch netzdienliche Aufgaben für die Stabilität der Stromversorgung.

Vor diesem Hintergrund hat der Verteilnetzbetreiber Westnetz in Föhren bei Trier erstmals erfolgreich den netzbildenden Betrieb eines Großbatteriespeichers im Mittelspannungsnetz getestet. Im Rahmen des Forschungs- und Pilotprojekts SUREVIVE wurde erprobt, wie ein Batteriespeicher nicht nur Energie speichern, sondern aktiv zur Stabilisierung von Frequenz und Spannung im Stromnetz beitragen kann.

Speicher übernimmt Systemdienstleistungen im Verteilnetz
Nach Angaben des Unternehmens reagierte die Anlage im Feldtest wie erwartet und konnte netzstabilisierende Funktionen übernehmen, die bislang vor allem von konventionellen Kraftwerken erbracht werden.

Im Zentrum des Projekts steht eine neue Steuerungstechnik mit sogenannten netzbildenden Umrichtern. Diese ermöglichen es dem Batteriespeicher, nicht nur Strom ein- und auszuspeisen, sondern aktiv zur Stabilisierung des Stromsystems beizutragen.

Damit kann die Anlage kurzfristige Schwankungen im Netz ausgleichen und Systemdienstleistungen erbringen, deren Wirkung laut Westnetz mit der Momentanreserve konventioneller Kraftwerke vergleichbar ist. Die Momentanreserve gilt als wichtiger Baustein zur Stabilisierung der Netzfrequenz im europäischen Verbundnetz.

55-MWh-Batteriespeicher als Reallabor
Für das Projekt ist seit Oktober 2025 ein Batteriespeicher mit einer Kapazität von 55 MWh in Föhren bei Trier in Betrieb. Das entspricht rechnerisch dem durchschnittlichen Tagesstromverbrauch von rund 5.500 Zwei-Personen-Haushalten.

Der Speicher wird durch Solarfelder des Projektpartners Schoenergie geladen und ist an eine Umspannanlage von Westnetz angeschlossen. Die Umrichtertechnik liefert SMA Solar Technology. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE sowie der Universität Stuttgart.

Die ersten Feldtests erfolgten zunächst in einem abgesicherten Versuchsnetz ohne weitere Verbraucher oder Erzeugungsanlagen. In einem nächsten Schritt sollen umliegende Photovoltaikanlagen in die Testumgebung integriert werden.

Schlüsseltechnologie für erneuerbare Stromsysteme
Mit dem fortschreitenden Ausbau von Wind- und Solarenergie wächst der Bedarf an Technologien, die neben dem reinen Stromtransport auch Systemstabilität gewährleisten können. Batteriespeicher gelten dabei als Schlüsseltechnologie, weil sie künftig nicht nur Flexibilität bereitstellen, sondern zunehmend Aufgaben übernehmen sollen, die bislang von thermischen Kraftwerken erbracht wurden.

Das Forschungsprojekt SUREVIVE wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

© IWR, 2026


30.04.2026

 



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