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EnBW stoppt großes Pumpspeicher-Projekt im Schwarzwald

Karlsruhe – Der Energieversorger EnBW aus Baden Württemberg begräbt die Pläne für das milliardenschwere Pumpspeicher-Kraftwerksprojekt Atdorf. Grund: Die nächsten Projektschritte wären mit erheblichen kosten- und zeitintensiven Arbeiten verbunden.

Die Entscheidung gegen das riesige Pumpspeicher-Kraftwerk ist nach einer Auswertung der Ergebnisse eines Erörterungstermins für das Projekt gefallen. EnBW erklärte, die Speicheraktivitäten neu zu priorisieren.

Kein konkreter Zeitpunkt für Umsetzung zu benennen

Zwar habe der Erörterungstermin keinen Ansatzpunkt ergeben, der die Genehmigungsfähigkeit des Projekts grundsätzlich in Frage stellen würde. Dennoch habe sich bei dieser vertieften Prüfung gezeigt, dass mit den weiter anstehenden Projektschritten erhebliche kosten- und zeitintensive Arbeiten zu erfolgen hätten. Diese betreffen unter anderem, umfangreiche Überprüfungen der ökologischen Kartierungen sowie des Flächenausgleichskonzepts. Ein belastbarer Zeitpunkt für die Umsetzung des Projekts bliebe jedoch weiter ungewiss. Dirk Güsewell, Leiter Portfolioentwicklung Erzeugung bei der EnBW: „Wir haben in den letzten Monaten die Ergebnisse des dreiwöchigen Erörterungstermins sowie der behördlichen Nacherörterungsgespräche der Schluchseewerk AG umfassend geprüft. Auf Basis der nun vorliegenden abschließenden Bewertung sind wir zu dem Ergebnis gekommen, das Projekt nicht fortzuführen.“

EnBW setzt neuen Schwerpunkt bei Speichertechnologien

EnBW hatte in den letzten die Aktivitäten auch auf andere Speichertechnologien ausgeweitet. Energiespeicher sollen nun weiterhin einen festen Platz im EnBW-Portfolio haben, aber nun mit einem neuen Schwerpunkt. So will EnBW will an den Kooperationen zu neuen Speichertechnologien festhalten. Es geht dabei um die Entwicklung eines Lithium-Ionen-Speichers mit Bosch am Kraftwerksstandort Heilbronn, das Energiemanagement-Pilotprojekt mit Aldi Süd oder auch weitere Pumpspeicheraktivitäten, etwa mit den Projekten Obervermuntwerk II (im Bau, Inbetriebnahme 2018 geplant) oder Forbach, einem Erweiterungsprojekt einer bestehenden EnBW-Anlage.

1,6 Mrd. Euro Investitionssumme waren veranschlagt

Das nun begrabene Projekt war immens groß: Das Kraftwerk sollte eine Leistung von 1.400 Megawatt aufweisen und 13 Mio. Kilowattstunden Speichern können. Geplant waren zwei Becken mit je neun Millionen Kubikmeter Fassungsvermögen. Die Untertagebauwerke wären auf eine Länge von 25 Kilometern gekommen. Das Pumpspeicher-Kraftwerk Atdorf war mit einer Investitionssumme in Höhe von rund 1,6 Mrd. Euro veranschlagt.

© IWR, 2017

11.10.2017