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Markthochlauf der Wasserstoffwirtschaft: Kanada und Deutschland unterzeichnen Wasserstoffabkommen

© Urban Zintel© Urban Zintel

Berlin - Zu den zentralen Punkten der Kanadareise von Bundeskanzler Olaf Scholz und Vizekanzler Robert Habeck zählten neben dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine der Klimawandel und neue Energielösungen. Mit Blick auf den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft wurde am letzte Tag der Reise ein wichtiges Abkommen unterzeichnet.

Der deutsche Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, Robert Habeck, und der kanadische Energieminister, Jonathan Wilkinson, haben gestern (23.08.2022) in Kanada ein Deutsch-Kanadisches Wasserstoffabkommen („Canada-Germany Hydrogen Alliance“) abgeschlossen. Die Unterzeichnung fand zum Abschluss einer dreitägigen Kanadareise in Stephenville in der Provinz Neufundland und Labrador im Beisein von Bundeskanzler Olaf Scholz und Premierminister Justin Trudeau statt.

Canada-Germany Hydrogen Alliance: Aufbau einer engen Wasserstoff-Handelspartnerschaft
Das Wasserstoffabkommen zwischen Kanada und Deutschland ist für Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck ein wichtiger Meilenstein, um den internationalen Markthochlauf von grünem Wasserstoff zu beschleunigen und den Weg frei zu machen für neue transatlantische Kooperationsprojekte. „Wir wollen so ganz konkret eine transatlantische Lieferkette für grünen Wasserstoff aufbauen. Erste Lieferungen von Kanada nach Deutschland sollen bereits ab 2025 erfolgen“, so Habeck.

Kanada und Deutschland arbeiten im Rahmen der Deutsch-Kanadischen Energiepartnerschaft bereits seit mehr als einem Jahr intensiv im Bereich Wasserstoff zusammen. Mit dem nun unterzeichneten Abkommen soll diese Kooperation weiter ausgebaut werden.

Die „Canada-Germany Hydrogen Alliance“ soll das gemeinsame Interesse der beiden Länder unterstreichen, in den kommenden Jahren eine enge Handelspartnerschaft für Wasserstoff und seine Derivate aufzubauen. Im Rahmen des Abkommens wird Kanada die Produktion von Wasserstoff vorantreiben, insbesondere aus erneuerbarer Elektrizität für den Export nach Deutschland. Deutschland wiederum wird potenzielle Importeure und Verbraucher von grünem Wasserstoff unterstützen. Die Kofinanzierung gemeinsamer Projekte soll hierfür näher untersucht werden. Zudem soll eine Taskforce mit Industrievertretern auf beiden Seiten eingerichtet werden, um Leuchtturmprojekte gemeinsam voranzutreiben.

Uniper und Eon legen Grundstein für Import von Wasserstoff aus Kanada
Im Vorfeld der Unterzeichnung hatten Robert Habeck und Olaf Scholz eine von der Deutsch-Kanadischen Energiepartnerschaft mitorganisierte Messe für grünen Wasserstoff in Stephenville in der Provinz Neufundland und Labrador besucht, auf der verschiedene Unternehmenskonsortien ihre geplanten Kooperationsprojekte für die Produktion von Grünwasserstoff durch erneuerbare Energien vorgestellt haben. Der grüne Wasserstoff soll in den kanadischen Atlantik-Provinzen Neufundland und Labrador, Nova Scotia und New Brunswick hauptsächlich mittels Windkraft erzeugt werden und anschließend als Ammoniak über den Atlantik nach Deutschland verschifft werden.

In diesem Zusammenhang haben gestern auch die beiden deutschen Energiekonzerne Eon und Uniper die Unterzeichnung von Absichtserklärungen zusammen mit dem kanadischen Projektentwickler Everwind bekanntgegeben. Ziel ist ab 2025 der Import von großen Mengen an grünem Ammoniak aus Kanada. Eon und Uniper planen eine jährliche Importmenge von 500.000 Tonnen. Das Ammoniak soll aus Everwinds erster Anlage zur Produktion und zum Export von grünem Wasserstoff und Ammoniak in Point Tupper in der Provinz Nova Scotia stammen.


© IWR, 2022


24.08.2022

 



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