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Stromspeicher gemeinsam in Mehrfamilienhäusern nutzen

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Braunschweig – In einem Eigenheim ist die Nutzung von Solarenergie in Verbindung mit einem Stromspeicher ohne Probleme möglich, nicht allerdings in Mehrfamilienhäusern mit vielen Verbrauchern. Das soll sich in Zukunft ändern.

Wie sich mehrere Wohnparteien eines Mehrfamilienhauses eine Photovoltaikanlage und einen Stromspeicher teilen können, das wird im Forschungsprojekt MELANI (Mehrfach genutzte Energiespeicher im Mehrfamilienhaus nachhaltig integrieren) untersucht. Beteiligt an dem Verbundprojekt sind neben der TU Braunschweig u.a. die Naturstrom AG und die SMA Solar Technology AG.

Abrechnungs-Hürden abbauen: Wie eine Immobilie zum Kraftwerk werden kann
Der Betrieb einer Photovoltaikanlage oder eines Blockheizkraftwerks (BHKW) in Verbindung mit einem Energiemanagement-System und entsprechendem Stromspeichern in einem Mehrfamilienhaus ist Gegenstand des Forschungsprojekts MELANI. Dabei gilt es, mehrere Hürden abzubauen: Beim Zugriff mehrerer Wohnparteien auf ein und denselben Stromspeicher muss stets exakt bestimmt und abgerechnet werden können, welche Strommengen durch welche Wohnpartei aus der häuslichen Stromerzeugungsanlage, dem Speicher oder aus dem öffentlichen Netz bezogen wurden.

Diese Daten müssen eichrechtskonform erhoben werden und den relevanten Marktpartnern im Strommarkt zur Verfügung stehen: dem lokalen Stromnetzbetreiber, dem Stromanbieter, der den lokal erzeugten Strom, den gespeicherten Strom sowie Reststrommengen aus dem öffentlichen Netz für die Wohnparteien zur Verfügung stellt – und womöglich auch weiteren Stromanbietern, schließlich müssen die Wohnparteien ihren Energieversorger nach wie vor frei wählen dürfen.

Neue Messtechnik notwendig – eichrechtskonform und rechtssichere Abrechnung
Um die Voraussetzungen für die Stromspeichernutzung in Mehrfamilienhäusern zu schaffen, ist eine neue Messtechnik erforderlich. Diese muss eichrechtskonform ausgestaltet sein und die Messwerte müssen rechtssicher abgerechnet werden können. Genau das ist das Ziel des Forschungsprojekts MELANI. Das Institut für Hochspannungstechnik und Energiesysteme der Technischen Universität Braunschweig für die Entwicklung und Erprobung eines innovativen Speichernutzungs- und Messkonzepts zuständig.

Zusatzeffekt: Netzdienliche Leistungen durch Einsatz von Speichern
Neben der Steuerung der Stromspeichernutzung und der rechtssicheren Abrechnung soll darüber hinaus auch ein netzdienlichen Effekt untersucht werden: Durch die zunehmende Elektrifizierung (E-Autos) können gerade in hochverdichteten urbanen Räumen dezentrale Erzeugungsanlagen und der Einsatz von Stromspeichern als Puffer einen positiven Effekt auf die Dimensionierung der Verteilnetze haben. Bereits in gut einem Jahr sollen die bis dahin entwickelten Lösungen in einem Feldtest praktisch umgesetzt und erprobt werden.

Über das Verbundprojekt MELANI
Partner im Verbundprojekt MELANI sind neben dem elenia Institut für Hochspannungstechnik und Energiesysteme der TU Braunschweig und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) die Unternehmen Naturstrom AG und SMA Solar Technology AG. Das auf drei Jahre angelegte Projekt (01.11.2020 bis 31.10.2023) wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit insgesamt über 2,2 Millionen Euro gefördert, davon die TU Braunschweig mit rund 669.000 Euro. Seitens der Wohnungswirtschaft unterstützen der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V. (GdW) und Verband der Immobilienverwalter Deutschland e. V. (VDIV Deutschland) das Forschungsvorhaben.

© IWR, 2021


18.02.2021

 



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