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Deutschlands Energiewende braucht Norwegens Speicherseen

Münster – Damit die Energiewende zu einem Erfolg wird, müssen Speicherkapazitäten aufgebaut werden – schließlich ist die Produktion aus Wind und Sonne Fluktuationen unterlagen. Immerhin sollen die Erneuerbaren Energien bis 2050 auf 150 Gigawatt Leistung ausgebaut werden. Die Lösung für das deutsche Problem könnte in Norwegen liegen.

Wirtschaftliche Tragfähigkeit von Stromspeichern im großen Maße noch nicht gegeben
Zurzeit gibt es auf dem Gebiet der Speicherforschung eine rege Aktivität. Die Speichertechnologien sind dennoch größtenteils weit von der Marktreife entfernt, was vorwiegend auf die hohe Investitions- bzw. Betriebskosten sowie die ungünstige marktbezogene bzw. poltische Rahmenbindungen zuruckzuführen ist. Der Markt für Stromspeicher wird derzeit überwiegend von Pumpspeicherkraftwerken geprägt. Dabei stehen rund 30 Anlagen mit einer Gesamtleistung von etwa 7000 Megawatt zur Verfügung. Zudem soll laut laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) etwa zwölf Anlagen mit einer Leistung von mehr als 4.500 Megawatt in der Planung oder im Genehmigungsverfahren sein.

Das Ausbaupotenzial hierzulande wird wegen der strengen geologischen Ansprüche eines solchen Kraftwerks, der hohen Investitionskosten sowie der erforderten ökologischen Eingriffe jedoch als eher gering eingestuft. Aus diesem Grund müssen neue Lösungen auf dem Gebiet der Mittel- bis Langzeitspeicherung ausfindig gemacht werden.

Speicherseen in Norwegen als großen Akku betrachtet
Ein großes Potenzial für eine künftige Speicherung von Strom über einen Zeitraum von Wochen bis Monten liegt gerade vor der Haustür. In den norwegischen und schwedischen Stauseen gibt es eine Speicherkapazität von 116 Terawattstunden - 2.300 mal mehr als in Deutschland. Darin sehen manche in der Politik das Rückgrat für die sichere Umsetzung der Energiewende hierzulande. Durch die angestrebte Einbindung des deutschen Stromnetzes in die europäische Netzinfrastruktur wollen die Politiker für stabile Netze und im Jahresverlauf ausgeglichene Preise sorgen. Dabei lässt sich auch die große Speicherkapazität der ausländischen Speicherseen für die Stützung der deutschen Stromversorgung anzapfen.

Wann immer die Offshore-Windparks in der Nordsee zu viel Strom für das Netz in Deutschland produzieren, könnte die überschüssige Energie nach Norwegen fließen - und dort Elektrogeräte antreiben oder in Pumpspeichern gepuffert werden. Bei Strommangel etwa wegen einer Flaute würde dann über Turbinen Strom zurück nach Deutschland fließen, um die Lücken zu füllen. Eine solche Verbindung haben die Niederlande über das Kabel NorNed bereits seit 2008, während die Dänen sogar mit mehreren Leitungen (Cross-Skagerrak) mit Norwegen verbunden ist.

Nord.Link soll 2018 Stromaustauch ermöglichen
Der deutsche Anschluss an diesen riesigen Akku in Norwegen soll in Form von einer 600 Kilometer langen Verbindung namens Nord.Link bis zum Jahr 2018 zwischen dem Süden Norwegens und Schleswig-Holstein entstehen. Mit Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) sollen 1.400 Megawatt, die Leistungsgröße eines Kernkraftwerks, jeweils in eine Richtung fließen. An diesem 1,5 bis 2,0 Mrd. Euro schweren Projekt sollen der norwegische Netzbetreiber Statnett, die deutsche Förderbank KfW sowie der Übertragungsnetzbetreiber Tennet beteiligt sein. Eine Rahmenvereinbarung hierzu wurde bereits Ende 2012 unterzeichnet.

Nach dem aktuellen Stand der Projektplanung soll 2018 das Stromkabel Nord.Link in Betrieb gehen. 2014 soll endgültig über die Verlegung des Kabels entschieden werden. Dabei könnte eine mögliche zweite Verbindung nach Elsfleth in Niedersachsenspäter in Erwägung gezogen werden. Neben Deutschland sind andere europäische Staaten an einer Anbindung ihres Stromnetzes an Norwegen interessiert. In England (HVDC Norway-Great Britain), Schottland (NorthConnect) und seit kurzem sogar in Island laufen Planungen zur Verlegung eines Stromkabels.

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13.09.2013

 



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