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BP Energy Outlook 2020 – Einstieg in den Ausstieg vom Öl

© BP© BP

London – Der Energiekonzern BP hat den Energy Outlook 2020 vorgestellt und geht im Ergebnis von weitreichenden Veränderungen aus. Das globale Energiesystem werde wahrscheinlich einer grundlegenden Umstrukturierung unterzogen, um eine Dekarbonisierung zu erreichen, so BP. Das hat Folgen.

BP hat im Energy Outlook 2020 die mögliche Entwicklung und die Kräfte analysiert, die die globale Energiewende bis 2050 prägen. Der Einstieg vom Ausstieg aus der Nutzung von Erdöl scheint besiegelt, die Risiken der Öl- und Gasindustrie durch den Rückgang der Ölnachfrage steigen danach und sind schwer kalkulierbar.

BP-Statement: Die Welt ist auf keinem nachhaltigen Weg – höhere CO2-Preise notwendig
In ihrem jüngsten Energiebericht kommt BP zu dem Ergebnis, dass die Welt sich auf einem nicht nachhaltigen Weg befindet. Ein rascher und anhaltender Rückgang der CO2-Emissionen erfordert nach BP-Einschätzung wahrscheinlich eine Reihe politischer Maßnahmen, die von einem deutlichen Anstieg der CO2-Preise geleitet werden. Indirekt plädiert BP für eine rasche Erhöhung der CO2-Preise, denn „eine Verzögerung dieser politischen Maßnahmen und gesellschaftliche Veränderungen können zu erheblichen wirtschaftlichen Kosten und Störungen führen.“ Die Entwicklung der Energiewirtschaft wird im Energy Outlook in drei Szenarien „Business-as-usual-Szenario“ (BAU), „Rapid“ und "Net-Zero-Szenario“ dargestellt.

Struktur des Energiebedarfs: grundlegende Änderungen bahnen sich an
Die Struktur des Energiebedarfs dürfte sich im Laufe der Zeit ändern: Die abnehmende Rolle fossiler Brennstoffe wird durch einen zunehmenden Anteil erneuerbarer Energien und eine wachsende Rolle für Elektrizität ausgeglichen, so ein BP-Fazit. Ein Übergang zu einem kohlenstoffarmen Energiesystem wird danach wahrscheinlich zu einer grundlegenden Umstrukturierung des globalen Energiesystems führen, mit einem vielfältigeren Energiemix, einer größeren Auswahl für die Verbraucher, stärker lokalisierten Energiemärkten und einem zunehmenden Grad an Integration und Wettbewerb.

Öl-Verbrauchs Peak 2019 erreicht? – Erdgas widerstandsfähiger
Die Nachfrage nach Öl sinkt in den nächsten 30 Jahren, so BP. Das Ausmaß und Tempo dieses Rückgangs wird durch die zunehmende Effizienz und Elektrifizierung des Straßenverkehrs bestimmt. In zwei von drei möglichen Szenarien (Rapid, Net Zero) geht BP davon aus, dass sich die Nachfrage nach flüssigen Brennstoffen nie mehr vollständig von dem durch Covid-19 verursachten Rückgang erholen kann, d.h. die Ölnachfrage 2019 ihren Höhepunkt erreicht. Mit Verschiebungen der Produktionsmenge zwischen den USA und den OPEC-Ländern rechnet BP ebenfalls. Auch die Aussichten für die Raffination seien schlecht. Gründe sind die kurzfristigen Covid-19 Auswirkungen und in Zukunft eine Kombination aus sinkender Nachfrage nach flüssigen Brennstoffen und zunehmender Konkurrenz durch andere alternative Rohstoffe.

Die Aussichten für Erdgas sind laut BP widerstandsfähiger als für Öl, was durch die Rolle von Erdgas bei der Unterstützung schnell wachsender Entwicklungsländer erwartet wird, die vermehrt Erdgas im Rahmen der Dekarbonisierung und Verringerung ihrer Abhängigkeit von Kohle einsetzen.

Globaler Kohle-Peak war voraussichtlich schon 2013
Der weltweite Kohleverbrauch sinkt in allen drei BP-Szenarien (Rapid, Net Zero, BAU) in den nächsten 30 Jahren kontinuierlich und erholt sich nie wieder auf den Höchststand von 2013. Der Rückgang des Kohleverbrauchs konzentriert sich auf den Strom- und den Industriesektor, so BP.

Stromsektor und erneuerbare Energien: Wind und Solar wachsen am schnellsten
Erneuerbare Energien, angeführt von Wind- und Sonnenenergie, sind die am schnellsten wachsende Energiequelle in den nächsten 30 Jahren. Dies wird durch eine deutliche Steigerung der Entwicklung und Investition in neue Wind- und Solarkapazitäten unterstützt. Die Bedeutung von Strom für den Endenergieverbrauch nimmt in den nächsten 30 Jahren erheblich zu. Die Kohlenstoffintensität der Stromerzeugung nimmt deutlich ab, was darauf zurückzuführen ist, dass erneuerbare Energien im Verhältnis zur Kohle an Anteil gewinnen.

Wasserstoff dort wo Elektrifizierung schwierig ist
Der Einsatz von Wasserstoff nimmt mit zunehmender Dekarbonisierung des Energiesystems weiter zu und kommt dort zum Einsatz, wo die Elektrifizierung schwierig oder kostspielig ist. Dies schließt beispielsweise industrielle Hochtemperaturprozesse ein, wie sie in der Eisen und Stahl-. der Zement- und der Chemieindustrie verwendet werden. Die Produktion von Wasserstoff wird nach der BP-Studie von einer Mischung aus blauem und grünem Wasserstoff dominiert.

© IWR, 2020


15.09.2020

 



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