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Elon Musk kündigt Bau von Tesla-Gigafactory in Deutschland an

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Berlin - Elon Musk, Chef des im RENIXX World gelisteten US-Elektrofahrzeugherstellers Tesla, hat den Bau einer Gigafactory in der Nähe von Berlin angekündigt. Damit erhält die Elektromobilität in Deutschland zusätzliche Dynamik.

Viel ist über die neue Gigafactory noch nicht bekannt, die Tesla Chef Elon Musk in Deutschland errichten will. Im Fokus ist offensichtlich ein Grundstück in Brandenburg südöstlich von Berlin. Neben der Fertigung von Batterien und Antriebssträngen soll in der Gigafactory das neue Model Y produziert werden. Branchenexperte Ferdinand Dudenhöfer sieht die Strategie der Bundesregierung auf dem Gebiet Elektromobilität in Frage gestellt.

Tesla Chef überrascht mit Plänen für Gigafactory in Deutschland
Im Rahmen der 43. Verleihung des „Goldenen Lenkrads“ hat Tesla Chef Elon Musk, der den Preis für das Tesla Model 3 als bestes Mittel-/Oberklassemodell erhalten hat, den Bau der ersten europäischen Gigafabrik in Deutschland angekündigt. Gebaut werden soll die Fabrik in der Nähe des Berliner Flughafens BER, nach Angaben aus Regierungskreisen von Brandenburg auf einem Grundstück im brandenburgischen Grünheide im Landkreis Oder-Spree. Medienberichten zufolge sollen in der Fabrik bis zu 10.000 Arbeitsplätze entstehen. Wie Musk später noch per Twitter bekanntgab, wird Tesla in der neuen Fabrik neben Batterien und Antriebssträngen Fahrzeuge produzieren, und zwar zunächst das Model Y, einer auf dem Model 3 basierenden SUV-Version mit einer Reichweite bis zu knapp 500 Kilometern. Bislang ist das Modell noch nicht auf dem Markt.

Bei dem bei Berlin geplanten Werk handelt es sich um die vierte Gigafactory von Tesla und die dritte, in der Fahrzeuge produziert werden. Bislang betreibt Tesla in Fremont in Kalifornien einen Fertigungsstandort, an dem bislang alle Fahrzeuge hergestellt werden. Hinzu kommt eine Gigafactory in Nevada für Batteriezellen sowie im Bundesstaat New York eine Gigafactory für Solarmodule. Außerhalb der USA steht in Shanghai in China die dritte Gigafactory vor der Inbetriebnahme, hier sollen Batteriezellen und Fahrzeuge vom Typ Model und Model Y gebaut werden.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke begrüßt die von Elon Musk bekanntgegebene Entscheidung. Er sei glücklich, dass sich Elon Musk für den Standort Brandenburg entschieden habe. Die Giga-Fabrik werde Brandenburg als innovativen und internationalen Standort einen weiteren Schub und sehr vielen Menschen gute Arbeit geben, so Woidke.

Batteriefertigung in Deutschland gewinnt an Dynamik
Bundeswirtschaftsminister Altmaier plant mit staatlicher Milliarden-Unterstützung eine Batteriezellproduktion in Europa. Darüber hinaus unterstützt die Bundesregierung den Aufbau einer Forschungsfertigung Batteriezelle, über die Wissenslücken geschlossen und Kompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette aufgebaut werden sollen.

Neben Tesla verfolgt auch VW jenseits der Regierungsaktivitäten eigene Pläne zur Errichtung einer Fertigung. Die Wolfsburger haben mit dem schwedischen Speicherspezialisten Northvolt AB ein 50/50 Joint Venture zur Herstellung eigener Batteriezellen in Deutschland gegründet. Es ist geplant, das neue Batteriewerk in Salzgitter (Niedersachsen) zu errichten. Die Produktion soll um den Jahreswechsel 2023/2024 mit einer Jahresleistung von 16 Gigawattstunden starten. Auch der chinesische Konzern Contemporary Amperex Technology Ltd. (CATL) plant in Deutschland die Errichtung einer Batteriefabrik. Dabei geht um eine Investition in Höhe von über 2 Milliarden Euro im thüringischen Arnstadt.

Automobilexperte Dudenhöfer stellt Batteriekonzept der Regierung in Frage
Nach der Ankündigung von Elon Musk hat der Automobilprofessor Ferdinand Dudenhöfer der Universität Duisburg-Essen die Strategie der Bundesregierung in den Bereichen Batteriefertigung und Batterieforschung in Frage gestellt. Aus Sicht von Dudenhöfer müsse die Bundesregierung umdenken und überlegen, wie sinnvoll die Unterstützung einer eigenen Batteriefertigung mit 1 Milliarde Euro sei. Auch die geplante Batterieforschungsfabrik in NRW sei zu hinterfragen.


© IWR, 2019


13.11.2019

 



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