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Weltweit größte Pilotanlage für grünen Wasserstoff entsteht

München - Wasserstoff wird vor allem in vielen industriellen Prozessen eingesetzt. Bisher erfolgt die globale H2-Produktion zu 95 Prozent in einem CO2-lastigen Prozess. Doch das soll sich in Zukunft ändern.

Weltweit werden jährlich über 600 Milliarden Kubikmeter Wasserstoff verbraucht und weitgehend umweltschädlich hergestellt. Im österreichischen Linz entsteht jetzt die weltweit größte Pilotanlage zur Herstellung von "grünem" Wasserstoff.

H2Future startet Leuchtturmprojekt "grüner" Wasserstoff

Ein EU-gefördertes Leuchtturmprojekt zur Energiezukunft in Sachen CO2-Reduktion und Dekarbonisierung der Stahlproduktion nimmt Gestalt an: Das Projektkonsortium "H2Future" bestehend aus voestalpine, Siemens, Verbund AG sowie Austrian Power Grid und den wissenschaftlichen Partnern K1-MET baut am voestalpine-Standort Linz die weltweit größte Pilotanlage zur Herstellung von "grünem" Wasserstoff. Mit sechs Megawatt Anschlussleistung ist es die wirkungsvollste und modernste Anlage ihrer Art, teilte Siemens mit. Die Partner aus Industrie und Energiewirtschaft wollen damit an künftigen "Breakthrough-Technologien" forschen, um den globalen Klimazielen langfristig gerecht zu werden. Der Vollbetrieb der Anlage ist für Frühjahr 2019 geplant.

Siemens liefert die weltweit größtes Elektrolysemodul - 1200 Kubikmeter Wasserstoff pro Stunde

Nach dem Projektstart zu Beginn 2017 schreitet der Bau der Pilotanlage am voestalpine-Standort Linz zügig voran. In den Sommermonaten 2018 werden bereits die Kernkomponenten zur Elektrolyse geliefert und noch binnen Jahresfrist soll die Inbetriebnahme beginnen. Der Start des umfangreichen zweijährigen Versuchsprogramms ist für Frühjahr 2019 geplant. "In der Anlage schlägt ein hochtechnologisches Herz von Siemens. Wir spalten mit Hilfe von grünen Elektronen Wasser in seine Grundkomponenten Wasserstoff und Sauerstoff", erklärt Wolfgang Hesoun, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG Österreich. Für die Forschungsanlage in Linz hat Siemens das derzeit weltweit größte PEM ("Proton Exchange Membrane")-Elektrolysemodul entwickelt. Mit einer Anschlussleistung von sechs Megawatt können damit 1.200 Kubikmeter "grüner" Wasserstoff pro Stunde produziert werden. Bei der Umwandlung von Strom in Wasserstoff wird ein Rekord-Wirkungsgrad von 80 Prozent angestrebt.

EU-Förderprojekt: 18 Mio. Euro Investitionen für Wasserstoff-Pilotanlage

Das Projektvolumen für die neue Anlage beläuft sich auf etwa 18 Millionen Euro für sechs Konsortialpartner über eine Laufzeit von viereinhalb Jahren. Rund 12 Millionen Euro davon stammen aus Fördermitteln der Europäischen Kommission, konkret dem Joint Undertaking für Fuel Cells & Hydrogen (FCH JU). "Das H2FUTURE-Projekt ist eines der Flaggschiff-Projekte des FCH JU, die aus dem EU-Programm Horizon2020 finanziert werden. Es zeigt, dass großindustrielle Produktionsprozesse wie die Stahlproduktion auch nachhaltig umsetzbar sind und in absehbarer Zukunft eine praktikable Option darstellen", so Bart Biebuyck, Executive Director, Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU).

© IWR, 2018


08.05.2018